DIE ENTSTEHUNG VON SANDAU

Den gebürtigen Rheinländer, Dieter Sommer, der seine Karriere in jungen Jahren mit einer Ausbildung in der Textilwäscherei seiner Eltern begann und später dann in Krefeld die renommierte Textilschule besuchte, verschlug es nach ein paar Jahren berufsbedingt nach Nürnberg ins schöne Mittelfranken.

Dort begann er als Leiter einer damals bekannten Wäscherei. Durch Zufall kam Dieter Sommer, der bis dahin schon einige Jahre Berufserfahrung in der Textilbranche gesammelt hatte, zur Bauindustrie und wurde dort gleich als Verkaufsleiter für einen großen deutschen Hersteller eingesetzt. Dieser Schritt hat seine spätere Entwicklung sehr beeinflusst, denn dies war der Grundstein seiner verkäuferischen Tätigkeit.

In der großen Baukrise in den 1970er Jahren war es Herr Sommer, der die Zeichen der damaligen Zeit verstand, und beschloss sich auf den Weg in Richtung Selbständigkeit zu begeben. Sein damaliger Arbeitgeber, die Firma Wolff Walsrode, suchte für den süddeutschen Raum einen Handelsvertreter und hatte mit Herrn Sommer als Verkaufsleiter bereits gute Erfahrungen gemacht, sodass sie ihm anboten, als Handelsvertreter die Kunden im diesem Raum zu bearbeiten. Dies sind die absoluten Ursprünge der heutigen Firma SANDAU.

Dieter Sommer nutzte diese Chance und gründete nur ein Jahr später eine kleine Personengesellschaft mit den Namen „Dieter Sommer Industrievertretung“. Wie viele Erfolgsgeschichten begann auch diese in einer kleinen, angemieteten Garage. Diese diente damals primär als Depot und Lagerstätte. Nur kurze Zeit später entdeckte der Gründer das Potential eines freien Handelsvertreters und nahm weitere namhafte Firmen in sein Portfolio auf, die er in Bayern und Baden-Württemberg vertrat.

Garage der Firma
Die Garage in der die Geschichte der Firma entstand
Gründer Dieter Sommer
Gründer Dieter Sommer in seinem Büro in Heroldsberg

Nachdem die Aufnahme weiterer Hersteller in sein Portfolio erfolgreich verlaufen war und Dieter Sommer sich bei seinen Kunden einen Namen geschaffen hatte, firmierte er kurzerhand die gründete Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft um. Somit entstand die „Dieter Sommer Industrievertretung GmbH“, die zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Mitarbeiter beschäftigte.

Seine Erfolge und sein verkäuferisches Geschick sprachen sich schnell herum und so gelang es dem Unternehmer, in den 70er Jahren weitere Vertretungen zu gewinnen, deren Produkte nicht nur in der Bauindustrie Anwendung fanden, sondern auch bei der Herstellung von Farben und Lacken. Er baute in diesen Jahren seine Aktivitäten im süddeutschen Raum kontinuierlich aus.

In den ersten Jahren hat Dieter Sommer viele Vertretungen aus dem Bereich „Chemische Rohstoffe“ für sein Unternehmen gewinnen können. Ende der 1970er Jahre beschloss er sein Produktportfolio um einen komplett neuen Fachbereich zu erweitern. Die Rede war hier von Verpackungsmitteln aus Kunststoff – genauer gesagt von Kunststoffeimern. Gestartet hatte Herr Sommer dieses Projekt mit dem norddeutschen Hersteller „Sure-Plastik“, der aber kurz nach den ersten Projekten von dem Unternehmer Herrn Kemmerich gekauft worden ist. Dieser ist heute als Inhaber der Firma „Jokey Plastik“ mit zahlreichen Standorten in ganz Europa bekannt.

Heute zählt das Familienunternehmen Jokey Plastik zu den größten Herstellern für Eimer, Dosen, Schalen und Hobbocks weltweit. Im süddeutschen Raum wird das Unternehmen bis heute von den Nachfolgern des Gründers vertreten. Die Zusammenarbeit zwischen Dieter Sommer und Jokey begann als klassische Handelsvertretung für den süddeutschen Raum, doch schnell erkannte Jokey das Potential eines Händlers bei den Kunden vor Ort und schloss mit der heutigen SANDAU GmbH in den 1980er Jahren eine Händler-Partnerschaft. So konnten auch kleinere Kunden im Süden von Deutschland bedient werden. Dies war der Grundstein für das heutige Handelsgeschäft.

Bei der Akquise neuer Kunden und neuer Handelsvertretungen wurde man zunehmend auf den agilen Dieter Sommer aufmerksam. Der Biozidhersteller „Biochema Schwaben“ unter der Leitung von Inhaber Dr. Lehmann, der heute als Koryphäe in der Biozid-Welt gilt, veranstaltete regelmäßig Treffen für seine Vertreter. So kam es, dass sich der Handelsvertreter Dieter Sommer und ein Handelsvertreter aus Westdeutschland, Wolfgang Sandau, bei einem solchen Treffen begegneten und ins Gespräch kamen.

Dieter Sommer plante sein aufgebautes Unternehmen an einen Nachfolger abzugeben, damit er seine bevorstehende Rente genießen konnte. Da sein Sohn bereits über ein eigenes Unternehmen in einer komplett anderen Branche verfügte, konnte er die Handelsvertretung seines Vaters nicht fortführen. Das Treffen bei der Biochema Schwaben war für Herrn Sommer somit der perfekte Ort um sich nach einem passenden Nachfolger umzusehen.

Geschäftsführer Wolfgang Sandau
Geschäftsführer und Inhaber Wolfgang Sandau bei einer Vertreter-Tagung
Michael Karg
Michael Karg mit einem Pigmentmuster der Firma Bruchsaler Farben

Bei dem lebensfrohen Handelsvertreter und Rheinländer, Wolfgang Sandau, wurde Dieter Sommer schnell fündig. Er lud Herrn Sandau kurzer Hand ins mittelfränkische Heroldsberg in Bayern ein um ihm sein Unternehmen zu zeigen. So konnte er sich nicht nur einen ersten Eindruck des Unternehmens verschaffen, sondern auch die Vorzüge der bayrischen Kultur und Landschaft kennenlernen. Bayern und Dieter Sommer konnten überzeugen und somit war die gemeinsame Zukunft der beiden besiegelt.

Der große Startschuss der beiden Verkaufstalente war im Jahr 1989 als aus der „Dieter Sommer Industrievertretung GmbH“ die „Sommer + Sandau Industrievertretung GbR“ wurde. Nachdem klar war, dass dieses Konzept eine blühende Zukunft hat, wurde auch hier wieder eine Kapitalgesellschaft Basis weiterer Unternehmungen. Mit dem Schritt der Umfirmierung in eine solche Gesellschaft wurde auch der Standort nach Kalchreuth verlagert.

Die 1990er Jahre waren sehr turbulent, denn einige Vertretungen kündigten die Zusammenarbeit oder gingen insolvent, doch das Team der damaligen Sommer + Sandau Industrievertretung meisterte diese Zeit mit Bravour. Trotz dieser harten Zeiten konnte das Führungsgespann aus Wolfgang Sandau und Dieter Sommer zusätzliche Handelsvertretungen gewinnen und das Geschäft weiter ausbauen. Zur Jahrtausendwende brach nicht nur ein neues Zeitalter an, sondern die gemeinsame Firma überschritt auch die Umsatzmarke von einer halben Million Deutsche Mark.

Auch nach dem vollständigen Ausscheiden von Dieter Sommer als Inhaber und Geschäftsführer, sowie der Umfirmierung der Unternehmung in die heute SANDAU GmbH gelang es dem erfahrenen Wolfgang Sandau die bisherigen Geschäfte in der ersten Zeit zu stabilisieren. Das Augenmerk seiner Arbeit lag auf der Gewinnung neuer Partner und damit einem Ausbau der einzelnen Geschäftsbereiche.

Es ist sein Verdienst und die Arbeit seines Teams, dass in den vergangenen Jahren das Handelsgeschäft zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. So entwickelte er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern den Handel mit Verpackungen zu einem Handelsgeschäft mit mehr als einer Million Euro Umsatz. Mit den zunehmenden Aufgaben stellte Wolfgang Sandau immer neue Mitarbeiter ein und konnte dadurch das Team auf eine Größe von 5 Personen anwachsen lassen.

Im Zuge seiner Nachfolge und dem Antritt seiner mehr als verdienten Rente machte sich auch Wolfgang Sandau nach fast 20 Jahren Selbständigkeit in Bayern auf die Suche nach einem idealen Nachfolger für sein Lebenswerk. Da Herr Sandau keine eigenen Kinder hat, war auch er auf der Suche nach einem externen Nachfolger. Als sich zwei langjährige Mitarbeiter um die Nachfolge der Firma SANDAU bewarben, schien es auf den ersten Blick nach der idealen Lösung. Michael Karg hatte in den Jahren zuvor schon viel in die Firma eingebracht und eine komplett eigene Produktlinie großgezogen – er war zielstrebig, innovativ und erfolgreich!

Einer der beiden Mitarbeiter zog dann aber sein Angebot aus persönlichen Gründen nach kurzer Zeit wieder zurück, denn die Leitung einer Firma fordert viel Verantwortung und finanzielles Risiko. Michael Karg, der bereits seit vielen Jahren als technischer Außendienstmitarbeiter für die Firma tätig war, plante eine Übernahme der Firma mit 50 Prozent der Anteile. Somit war Herr Sandau wieder auf der Suche nach einem weiteren Käufer, der die übrige Hälfte der Firma kaufen wollte.

Gesellschafter und Geschäftsführer Kersten Urff
Kersten Urff als Gesellschafter und Geschäftsführer der dritten Generation
Unternehmer Sven Urff
Sven Urff als jüngster Unternehmer und Inhaber in der Firmengeschichte

Über gemeinsamen Branchenkontakte lernten sich Kersten Urff, ein potentieller neuer Gesellschafter, und Wolfgang Sandau kennen. Nach einigen Verhandlungen und einem ersten Kennenlernen konnten sich alle drei eine gemeinsame Zusammenarbeit vorstellen. Bevor es allerdings zu einer unterschriftsreifen Vereinbarung zwischen Kersten Urff und Wolfgang Sandau kam, ist der damalige Mitgesellschafter, Michael Karg, sehr plötzlich erkrankt und nur ein halbes Jahr später an einem schweren Krebsleiden verstorben.

Da Herr Sandau der Familie Karg angeboten hatte, die bereits erworbenen Anteile zurückzukaufen, besaß er nun wieder 100 Prozent der Gesellschaft und war erneut auf der Suche nach einem passenden Gesellschafter und Geschäftsführer für die Zukunft. Wolfgang Sandau und Kersten Urff nahmen die Verhandlungen erneut auf und kamen zu einem übereinstimmenden Ergebnis, sodass der branchenerfahrene Kersten Urff, der zu früheren Zeiten bei IMCD in Köln gearbeitet hatte, seine Tätigkeit Mitte 2013 aufnahm.

Auch Kersten Urff erkrankte nach nur einem halben Jahr an Krebs und verstarb nach einem Jahr Kampf gehen den Tumor. Sein Sohn, Sven Urff, mit dem er ursprünglich die Firma gemeinsam führen wollte, entschied sich trotz seines jungen Alters von damals erst 21 Jahren die Firma zu übernehmen und zum Erfolg zu führen. Der damalige Student, der zu dieser Zeit noch im Großraum Köln lebte und eine eigene Firma zur Herstellung von professionellen Werbefotografien besaß, verlagerte seinen Lebensmittelpunkt kurzer Hand nach Mittelfranken.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Gesellschafter und heutigen Geschäftsführer, Wolfgang Sandau, leitet Sven Urff das Unternehmen und hat bereits in den ersten zwei Jahren viele Bereiche modernisieren und digitalisieren können. Das Duo aus der Erfahrung der „Alten“ mit dem „Drive“ der Jugend konnte sich bisher gut durchsetzen und die Firma am Markt neu positionieren. Wir dürfen also gespannt sein, wie die Erfolgsgeschichte der Firma SANDAU in den nächsten Jahren weiter geht.